Offener Brief an die Lefebvre-"Priester"

Betreiben die Lefebvre-"Priester" Götzendienst oder nicht?

Einleitung:
Ich habe den nachstehenden Brief vor ein Paar Wochen den Patres eines Vereins geschickt. Ich habe keine Antwort bekommen. Da aber ich das in diesem Brief behandelte Problem für außerordentlich wichtig halte, habe ich mich entschlossen den Brief zu veröffentlichen. Es geht nämlich in diesem Brief für vielen Menschen um nichts weniger als um Leben oder Tod, um ewige Glückseligkeit oder ewige Verdammnis. Wenn nämlich diese Patres keine gültig geweihten Priester sind, dann kann keine Wandlung in ihren "Messen" zustande kommen, und dann bringen sie ihr Opfer nicht Gott, sondern den Götzen dar. Sie beugen ihren Knie nicht vor Gott, sondern vor Götzen (Brot und Wein). – Und die anwesenden Gläubigen mit ihnen....
     Die Frage, die von vielen gläubigen Katholiken schon seit mehr als 50 Jahren immer wieder aufgeworfen und behandelt wurde, lautet folgendermaßen: Begehen die Lefebvre-"Priester" Götzendienst, wenn sie eine Messe zelebrieren und Sakramente spenden oder nicht?

An der folgenden Webseite von 28. Mai 2020 in dem Artikel: „Ein Priester spricht (2)“ steht folgender Satz (bzw. stand!, inzwischen sind von dieser Webseite alle Artikel spurlos verschwunden, selbst aus dem Archiv, als ob sie nie existiert hätten!): „Leider fehlt uns derzeit jene Autorität, die solche Fragen verbindlich für alle entscheiden kann…“ – Dieses Argument ist absolut falsch! Eine sub conditione Nachweihe besagt schon in ihrem Name, dass der Weihekandidat nicht sicher ungültig geweihter Priester ist! Also man braucht „keine Autorität die solche Frage verbindlich für alle entscheiden kann“. Für die Nachweihe genügt, dass es begründete Zweifel für die Ungültigkeit der Weihe gibt. Und in dem Fall von Lefebvre gibt es genügend begründete Zweifel, die man ernst nehmen muss/müsste, und deren Existenz von niemanden zu leugnen sind. Besonders nicht von den Betroffenen, eben weil sie Betroffene sind!
     Der Einsatz, um es geht, vor allem Gottes Ehre, dann das Heil der Menschen, ist so unendlich hoch, dass es ein Minimum an Zweifeln genügen sollte um die FSSXP-"Priester" zum Handeln, also zur Nachweihe zu drängen!
     Die in dem nachstehenden Brief erwähnten Fachmänner sind Garantie dafür, dass es in dieser Frage begründete Zweifel gibt – wenigstens dies sollten die Patres einsehen, und dementsprechend handeln. Allein ihre Zahl, ihre Titel, ihre Bildung, ihre Glaubwürdigkeit und ihre Treue zum Katholizismus sollten für die Lefebvre-Patres genügen, um über ihre Argumente ernst nachzudenken. Diese Fachmänner waren viel kompetenter, gebildeter, als die Lefebvre-"Priester" jemals waren und sind! Und sie waren viel zuverlässiger und vor allem unvoreingenommener als die Letzteren! Allein die Tatsache, was der Schreiber dieses oben erwähnten Artikels („Ein Priester spricht (2)“) auch zugibt, nämlich, dass es viele Menschen gibt, die die Meinung vertreten, dass Lefebvre nicht gültig geweiht wurde, gibt genügend Indizien für eine sub conditione Nachweihe!

Es ist eine sehr traurige, ja, verheerende Tatsache, dass auch solche Lefebvre-"Priester", die die Argumente und Zweifel kennen, trotzdem weigern, sich wenigstens „sub conditione“ nachweihen zu lassen. Es gibt aber unter ihnen – Gott sei Dank! – auch einige Ausnahmen, und es gab und gibt auch solche Gläubigen, die keine Mühe und kein finanzielles Mittel scheuen um für sie eine Nachweihe sub conditione zu ermöglichen.

Zitat aus einem Artikel: „Wo sind die Katholiken? – Laut Statistik gibt es derzeit auf der ganzen Welt 1,2 Milliarden Katholiken! Eine unübersehbare Armee im Dienst des Christkönigs, so müßte man meinen. Aber nein, es hat wohl noch niemals in der Weltgeschichte eine zahlenmäßig so große Gruppe gegeben, die so wenig gesellschaftlichen Einfluß hatte. Unwillkürlich denkt man an das Sendschreiben an die Gemeinde von Sardes in der Geheimen Offenbarung: „So spricht, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke. Du hast den Namen, daß du lebst, und doch bist du tot“ (Offb 3,1). Rein weltlich betrachtet gibt es in der Menschenmachwerkskirche eine emsige Umtriebigkeit …. Immer ist etwas los – und doch bist du tot! … Du hast den Namen, daß du lebst, und doch bist du tot. Das gilt zunächst für die vermeintlichen Hirten, sodann für den Großteil der Herde.“
     Nun, das selbe kann man sowohl von der FSSPX, wie von jener Vereinen sagen, deren Mitglieder aus der FSSPX stammen. Auch ihre Aktivitäten haben keinen gesellschaftlichen Einfluß – weder in dem Zivil-Leben, noch unter der s. g. Katholiken! Wenn das nicht an die Worte unseres Herrn Jesus über das Baum und seine Früchte erinnern? (siehe Mt 7,16-18) Und damit nicht ein weiteres Argument für die Ungültigkeit der Weihen des Lefebvre-"Priester" ist?
     (Einen ausführlichen Überblick von den Sedisvakantisten (und pseudo-Sedisvakantisten) kann man im Internet an der Website von „Lux Vera World Directory“ finden.)


Und nun mein Brief vom 3.6.2022

Sehr geehrte Herren Patres!

Sie haben neulich an Ihrer Homepage eine neue Kategorie eingeführt, und dort im Thema „ungültiger Sakramenten“ schon zahlreiche Artikel veröffentlicht. Das große Problem ist aber, dass Sie selber mit großer (oder weniger, aber auf jeden Fall mit existierender) Wahrscheinlichkeit keine gültig geweihte Priester sind – d. h. alles was Sie in diesen Artikel über die ungültigen Weihen, Sakramenten und Priester schreiben, auch Sie betrifft!
     Dieses Thema wurde in der Einsicht-Zeitung schon von mehreren Verfassern behandelt, z. B. von Erzbischof Thuc, Prof. Dr. Diether Wendland, Dr. Hugo Maria Kellner, Dr. theol. Otto Katzer, Dr. Eberhard Heller. Dr. Heller schrieb dabei den folgenden Satz (Einsicht 1994/2): „Für die Spendung der Sakramente gilt das Prinzip "tutior", d. h. es muß die sichere Spendung gewählt werden. Im Falle einer nachweislichen dubiosen Spendung schreibt die Kirche vor, dieses Sakrament sub conditione zu wiederholen.“
     Das bedeutet: wenn für die Gültigkeit der Weihe eines Priesters der kleinste, aber begründete Zweifel auftaucht, muss der Betroffene sub conditione nachgeweiht werden – Es steht nämlich das Allerwichtigste, d. h. das Heil der Seelen in Gefahr.

Es kursieren im Internet genügend Schriften, die den Verdacht verstärken, dass Lefebvre kein gültig geweihter Priester war. Folglich konnte er auch nicht gültig zum Bischof geweiht werden. Das erklärt auch, warum er und seine Bruderschaft nur faule Früchte bringen konnten – bis zum heutigen Tag, unabhängig davon wo die von ihm und von seinen Nachfolger "geweihten Priester" heute ihren tätig sind.

Am 12. Mai 2014 erschien an der Seite www.antimodernist.org/am der folgende Artikel: Die Frage nach der Gültigkeit der Priester und Bischofsweihen nach dem Ritus von Paul VI.
     Im Punkt 2.3. stehen folgende Sätze: »Die Intention des Spenders ist die subjektive Seite der Sakramente. Dennoch muß es einen objektiven Aspekt geben, nach welchem die Intention beurteilt werden kann. Diese drückt sich bei den Sakramenten zunächst unmittelbar durch den jeweils verwendeten Ritus aus. … In demselben Sinne zeigt Leo XIII. in „Apostolicae curae caritatis“ den Zusammenhang von Intention und Ritus auf: „Über die Gesinnung oder die Absicht urteilt die Kirche nicht, da diese ja an sich etwas Innerliches ist; insofern sie aber geäußert wird, muß sie über diese urteilen. … „Wobei es natürlich immer auch sein kann, daß die Intention dem Ritus widerspricht. Dies kann aber nur durch ein persönliches Zeugnis des Spenders festgestellt werden“ (Vgl. S. Th. III 64, 10).«
     Genau das – d. h. ein persönliches Zeugnis des Spenders – hat Kardinal Lienart geleistet, als er unmittelbar vor seinem Tod (und in solchen Augenblicken lügen selbst die größten Sünder normalerweise nicht) gestand, dass sein Ziel – als 33. Grad Freimaurer – bei den Priester-Weihen darin bestand: „die Apostolische Sukzession zu beenden“. [Nebenbei: Dies zu wissen braucht man kein Zeugnis zu lesen. Dass die Freimaurer zur Zerstörung der Kirche dieses Ziel verfolgten, wusste man schon mindestens seit 1844.]
     Über dieses Zeugnis von Lienart hat "Bischof" Williamson schon 2009 und dann 2016 geschrieben. Siehe seine Kyrie-Eleison Kommentare:
     – Gültig geweihte Bischöfe? von 31. Oktober 2009 Nummer CXXI (121)
     – Gültig Geweihte Bischöfe? – II. von 27. Februar 2016 Nummer CDL (450)

An der http://zelozelavi.wordpress.com/ Seite von 28. Mai 2020 in dem Artikel: „Ein Priester spricht (2)“ stehen folgende Sätze:
     »Es gibt eine Reihe „Sedisvakantisten“, die behaupten, Lefebvre sei nicht gültig geweiht gewesen, weil der Bischof, der ihn geweiht hat, ein Freimaurer gewesen ist. Somit seien auch alle Weihen, die Lefebvre gespendet hat, ungültig gewesen. Lefebvre sei sich dessen bewußt gewesen und habe sich dennoch stets geweigert, sich wenigstens „sub conditione“ nachweihen zu lassen, obwohl ihm das mehrfach angeboten worden sei.
     – Und was halten Sie davon?
     Diese Argumentation ist nicht haltbar. Die Kirche hat die Zugehörigkeit zur Freimaurerei zwar verurteilt, sie hat darin aber nie einen Grund gesehen, der aus sich Sakramente zweifelhaft oder ungültig machen würde. Wenn es keinen vernünftigen Grund gibt, an der Gültigkeit eines Sakraments zu zweifeln, darf man es auch nicht wiederholen, nicht einmal „sub conditione“. Darum hat Erzbischof Lefebvre recht gehabt, wenn er sich weigerte, „nachgeweiht“ zu werden.
     – Sie haben also nie Zweifel an der Gültigkeit Ihrer eigenen Weihe gehabt?
     Nein. Primär entscheidend ist der Ritus. Die Kirche geht davon aus, daß ein Sakrament gültig zustandegekommen ist, wenn der Ritus – und zwar der Ritus der Kirche – richtig angewandt wurde. Das war bei sowohl bei der Priester- als auch bei der Bischofsweihe Mgr. Lefebvres zweifellos der Fall. Er selber hat es ebenso gemacht, und darum kann ich keine Zweifel haben. Anders wäre es, wenn Lefebvre im „neuen“ Ritus geweiht worden wäre oder selber im „neuen“ Ritus die Weihen gespendet hätte. Dann hätte ich mich selbstverständlich nachweihen lassen. So aber gibt es keinen Grund dafür.
     – Was sagen Sie den Gläubigen, die Zweifel an der Gültigkeit Ihrer Weihe haben?
     Ich kann ihnen nur das sagen, was ich eben gesagt habe. Wenn sie trotzdem weiter zweifeln, kann ich ihnen nicht helfen. Ich kann ihnen dann natürlich auch keine priesterlichen Dienste leisten, da sie mich ja nicht einmal als Priester anerkennen. Das ist zwar bedauerlich, aber ich kann es nicht ändern. Leider fehlt uns derzeit jene Autorität, die solche Fragen verbindlich für alle entscheiden kann, und so muß jeder seinem Gewissen folgen.«

Diese sind eigentlich sehr traurige Worte (und eigentlich auch sehr verratene)! Wie kann ein Priester in einer so wichtigen Sache so gleichgültig sein?! Außerdem hat er in allen Punkten Unrecht! – Was hat die erste Antwort mit dem eigentlichen Problem zu tun?: „Die Kirche hat die Zugehörigkeit zur Freimaurerei zwar verurteilt, sie hat darin aber nie einen Grund gesehen, der aus sich Sakramente zweifelhaft oder ungültig machen würde.“ – Lienart hat nicht deswegen ungültige Weihen gespendet, weil er Freimaurer war, sondern deswegen, weil er die Ziele der Freimaurer selbst folgen wollte! Er war kein armer Teufel, den man eingefädelt hat, sondern er tat alles aus Überzeugung – seine ganze kirchliche Karriere beweist es!
     – Nächste Antwort: Bei der Gültigkeit der Spendung der Sakramente gibt es keine „primäre“ und „sekundäre“ Bedingung! Alle drei müssen stimmen, alle drei gleichzeitig! Niemand hatte je behauptet, dass Lienart nicht den Ritus der Kirche benutzt hat! Seine Intention war aber genau der Gegensatz davon, was für die Gültigkeit notwendig ist – wenigstens mit ganz großer Wahrscheinlichkeit. Und darüber sind ganz viele Leute informiert geworden. Und gerade diejenigen, die ihren Glauben ernst nehmen, haben sich darüber Gedanken gemacht!
     – Nächste Antwort: „Das ist zwar bedauerlich, aber ich kann es nicht ändern.“ – Wieso nicht?! Wieso können Sie – der Verfasser und Sie auch, und Ihre Mitbrüder – endlich begreifen, dass die Laien auch keine „Autorität, die solche Fragen verbindlich für alle entscheiden kann“ haben, also sie müssen nach ihrem Verstand, Wissen und vor allem Erfahrung handeln. Der solche Dinge schreibt, und dann diese Bemerkungen an Ihrer Homepage über die ungültigen Sakramenten veröffentlicht (und – mit großen Wahrscheinlichkeit – die Genmanipulation mit den aus Föten gewonnenen "Impfstoff" für vernünftig hält), verliert alle Glaubwürdigkeit!

Es passiert genau das, was damals bei Lefebvre passierte: Ihr Stolz verhindert, dass Sie klar sehen können! Obwohl die sub conditione Nachweihe schon in ihrem Name besagt, dass der Weihekandidat nicht sicher ungültig geweihter Priester ist!
     Wenn Sie unfähig sind einzusehen, wie wichtig diese Frage ist – nun, dann ist das wieder ein Beweis dafür, dass die Weihe von Ihren "Vater" ungültig war, und damit alle FSSPX-"Priester" Laien sind! Und damit alles was Sie in Ihren Artikel über die ungültigen Weihen, Sakramenten und Priester schreiben, auch Sie betrifft!

Hochachtungsvoll Dr. Eszter Élthes


Nachtrag:
Es erfolgte von Seiten der Empfänger doch noch eine Reaktion auf meinen Brief: Sie haben von ihrer offizieller Seite das Kontakt-Formular entfernt. Ich habe meinen Brief am 3. Juni 2022 noch auf dieses Formular geschrieben, und für den Empfang auch eine Bestätigung bekommen. – Ich überlasse Ihnen was Sie über eine solche Reaktion halten, und welche Schlüsse Sie aus einer solchen Reaktion ziehen, besonders in Hinblick auf dieses Thema: Leben oder Tod, ewige Glückseligkeit oder ewige Verdammnis?!

Update am 11.07.2022
Das Kontakt-Formular ist an der offiziellen Seite der Empfänger wieder erschienen.


Eine Liste von den im Text erwähnten Artikeln:
     – „Ein Priester spricht (2)“
     – IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?
     – Die Adresse, wo man über einer möglichen Nachweihe Informationen und Hilfe bekommen kann
     – „Wo sind die Katholiken? “
     – Die Frage nach der Gültigkeit der Priester und Bischofsweihen nach dem Ritus von Paul VI.
     – Gültig geweihte Bischöfe? I. und II.


29.06.2022


ZURÜCK


vissza

a KÖNYVTÁR oldalra                              a KEZDÕLAPRA