DER EINFLUSS DER EVOLUTIONSTHEORIE

Prof. Dr. Henry M. Morris
Evolution im Zwielicht
Verlag Lebendiges Wort GmbH, Augsburg 1966
(Original: The Twilight of Evolution, 1963)

Kapitel II.
DER EINFLUSS DER EVOLUTIONSTHEORIE

In einem Buch, das sich mit der Evolutionstheorie befasst, sagt John T. Bonner, einer der führenden amerikanischen Biologen: „Alle Biologen, denke ich, würden zustimmen, daß die Evolution das größte und umfassendste [Thema] von allen ist. Die Evolution hat uns das Baugerüst für das Leben ganz allgemein aufgezeigt, und deshalb ist sie das Thema dieses Buches.“
     Im Hinblick auf Darwins Lehre einer Evolution durch zufällige Veränderungen und natürliche Auslese sagte er: „Als Darwin sein Buch veröffentlichte, wurde es zu einer gewaltigen Sensation; es schien der Schlüssel zu sein, auf den die ganze Welt wartete... In den hundert Jahren seit der Veröffentlichung der Origin of Species (Die Entstehung der Arten) war unsere Meinung von Darwin noch nie so hoch wie gerade jetzt.“

Angesichts solcher begeisterten Bewertungen der Lehre Darwins, angesichts solcher Überzeugungen, die ohne Zweifel von einer gewichtigen Mehrheit moderner Biologen geteilt wird, mutet ein Buch mit dem Titel „Evolution im Zwielicht“ bestenfalls als Wunschdenken an. Tatsächlich soll damit nicht ausgedrückt werden, daß die Evolutionsphilosophie bald zugunsten des Schöpfungsgedankens von einer größeren Anzahl Biologen aufgegeben wird.

Aber es scheint in zunehmendem Maße klar zu werden, daß die Evolution keine Wissenschaft ist. Vielmehr häufen sich die Beweise dafür, daß sie einen antichristlichen, antigöttlichen Gedankengang darstellt, eher ein System als eine Wissenschaft, eine Philosophie anstelle von Geschichte.
     Die Auseinandersetzung wird härter, die Grenzen genauer umrissen, so daß für den biblisch orientierten Christen jetzt viel weniger Grund besteht als noch vor einem Jahrzehnt, nach hermeneutischen Kompromissen mit der Evolution zu suchen. Die bekannten Daten von Wissenschaft und Geschichte können innerhalb zweier Systeme ausgelegt werden, entweder dem des entwicklungsbiologischen Fortschritts oder dem der Schöpfung und des Sündenfalls; die Wahl vollzieht sich nicht auf Grund einer Schlußfolgerung aus bekannten Tatsachen, vielmehr ist sie von der Grundeinstellung des einzelnen abhängig.
     Deshalb wird hier behauptet, daß die Evolutionstheorie überall dort, wo eine biblische Grundeinstellung herrscht, laufend an Einfluß verliert. Sie ist keineswegs mehr ein zu fürchtender Feind, vor dem wir uns zurückziehen oder mit dem wir Kompromisse schließen müssen. Ihr Wesen wird klarer erkannt und kann als ein gewaltiges Gedankengebäude verstanden werden, dessen Fundament auf einer falschen Voraussetzung beruht. Die falsche Voraussetzung ist die Annahme, daß der Mensch, ein Geschöpf Gottes – zudem ein gefallenes Geschöpf – Gottes Schöpfung ohne Gott und Sein offenbartes Wort erklären kann.
     So bringt man dem Geschöpf Anbetung und Verehrung dar statt dem Schöpfer. Gleich seinem Vorvater Adam sucht der heutige Mensch, wie zu allen Zeiten, nachdem er Gottes Wort verworfen hat, sich vor Gott zu verbergen. Er muß deshalb, wenn irgend möglich, das gesamte Weltall ohne Beziehung zu seinem Schöpfer erklären. Der bemerkenswerteste Widerspruch in der modernen Wissenschaft ist, daß das System der Evolution überhaupt zu solch nahezu universaler Geltung kam, während es doch völlig jeder echter wissenschaftlicher Grundlagen entbehrt.
     Die tatsächliche Beschaffenheit des einschlägigen wissenschaftlichen Materials und die Gründe für diese weitverbreitete Täuschung werden in späteren Kapiteln erklärt. In diesem Kapitel werden wir im einzelnen untersuchen, welches Ausmaß der Einfluß der Evolutionstheorie auf das moderne Denken genommen hat.

Wie schon bemerkt, wird der Gedanke der totalen Evolution von fast allen Biologen akzeptiert. In einem Beitrag zur Sammlung „Hundert Jahre Evolutionsforschung“ kennzeichnet der bekannte britische Biologe (und erster Generalsekretär der UNESCO) Sir Julian Huxley den geradezu alles umfassenden Einfluß der evolutionistischen Gedanken Charles Darwins auf unsere heutige Welt – nicht nur auf die Gebiete der Geologie, Botanik und Zoologie –, indem er sagt: „Sein Einfluß reiche natürlich auch in viele andere Gebiete. Der Evolutionsgedanke wurde in Linguistik, Astronomie, vergleichender Religionswissenschaft, Geophysik, Archäologie und vielen anderen Sparten wirksam, und neuerdings beginnt die Idee zu zeigen, daß es vorteilhaft und in der Tat notwendig ist, die gesamte Wirklichkeit 'sub specie evolutionis' zu betrachten, den ganzen Kosmos als einen einzigen erstaunlichen Evolutionsprozeß aufzufassen, wenn auch zusammengesetzt aus differenzierten Sektoren oder Phasen.“
     An anderer Stelle erklärte Huxley („Evolution and Genetics“, 1955): „Heute sind wir in der Lage, die Evolution als einen universalen und alles durchdringenden Vorgang zu erkennen ...Weiterhin beginnen wir in Anwendung des Evolutionsprinzips auf nicht-biologischen Gebieten, von der Kosmologie bis hin zu den zwischenmenschlichen Beziehungen zu erkennen, daß die biologische Evolution nur ein Teilgebiet der allgemeinen Evolution ist. Evolution im weitesten Sinne kann als ein zielstrebiger und grundsätzlicher nicht umkehrbarer zeitlicher Vorgang beschrieben werden, mit zunehmender Mannigfaltigkeit und einer ständig wachsenden, hohen Gliederungsstufe seiner Endprodukte. Unsere gegenwärtige Kenntnis zwingt uns tatsächlich zu der Ansicht, daß die gesamte Wirklichkeit mit Evolution gleichzusetzen ist ('reality is evolution'), ein einziger Vorgang der Selbstumgestaltung.“
     Huxley nimmt entschiedenen Einfluß auf das Denken des 20. Jahrhunderts, genauso wie es sein Großvater, Thomas Huxley, im 19. Jahrhundert tat. Und wenn die Evolution wirklich das ist, was er von ihr behauptet, so hat sie als letzte Konsequenz die Stelle Gottes selbst eingenommen!

Daß Huxleys Einschätzung der Bedeutung der Evolutionsphilosophie nicht übertrieben ist, kann leicht durch das Prüfen der Schriften führender Vertreter in den verschiedenen Natur- und Sozialwissenschaften bestätigt werden. In der Astronomie und Kosmologie, der Sternenkunde und der Lehre von der Welt z. B., wird fast allgemein angenommen, daß sich alles im materiellen Universum allmählich über Milliarden von Jahren mechanisch zu seinem jetzigen Zustand entwickelt hat. Obwohl es zahlreiche kosmologische Theorien gibt und auch ständig neue auftauchen, stimmen sie alle darin überein, daß sich das Weltall entwickelt.
     Gerald S. Hawkins schrieb in 1962: „Erwartungsgemäß hatten wir mit Sternen und Milchstraßen zu rechnen, die sich in den verschiedensten Entwicklungsstadien befinden, genauso wie sie sich aus vorhandenen Stoffen formen und dann wieder vergehen. Für die Sterne trifft dies sicher zu ... Für die Milchstraßen gibt es wahrscheinlich einen ähnlichen Entwicklungsvorgang, aber z. Zt. haben wir keinen ausreichenden Erfahrungsbeweis, der uns Anhaltspunkte für ein entsprechendes Entwicklungsmuster gibt. “
     Diese letzte Feststellung ist ein bescheidenes Zugeständnis und wirkt durchaus ermutigend. Es dürfte doch wohl auch ziemlich schwerfallen, für die Evolution von Milchstraßen Erfahrungsbeweise zu sammeln!

Im Hinblick auf die Entstehung der Erde und des Sonnensystems gibt es ebenfalls zahlreiche Theorien, die alle ihrem Wesen nach (außer dem Bericht in der Bibel) evolutionistisch sind. Wie Isaac Asimov bemerkt (1962): „Im 19.Jahrhundert, als Begriffe langausgedehnter natürlicher Vorgänge, so z. B. das Huttonsche Prinzip des Uniformitarismus (Huttonsches Übereinstimmungsprinzip), an Ansehen gewannen, kamen die Katastrophen außer Mode. An deren Stelle wandten sich die Wissenschaftler mehr und mehr solchen Theorien zu, die evolutionistische Vorgänge einkalkulierten und Newton anstatt der Bibel folgten.“

Ähnlich orientiert sich das Studium der Erde und ihrer Geschichte völlig an Begriffen einer evolutionistischen Philosophie. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die eigentliche Grundlage für die Einteilung der geologischen Geschichtszeiträume dem Wesen nach evolutionistisch ist. D. h., Gesteinsformationen werden entsprechend der Entwicklung der Lebensformen eingestuft, wie diese sich während jener Zeit der Erdgeschichte bildeten, in der sich diese Gesteine ablagerten. Wie ein Geologe der amerikanischen Yale Universität, Carl O. Dunbar sagt (1961): „Wir wissen jetzt natürlich, daß verschiedene Arten Tiere und Pflanzen einander zeitlich ablösten, weil das Leben sich ständig entwickelt hat; und weil sich die organische Evolution über die ganze Welt erstreckt, können nur solche Gesteine, die zur selben Zeit gebildet wurden, identische Tierformen einschließen. “ (Dieser besondere Gesichtspunkt des Evolutionsproblems ist äußerst wichtig, wie wir später noch sehen werden.)

Wenn die Evolutionstheorie jedoch nichts weiter als eine wissenschaftliche Theorie wäre, die die Auslegung der biologischen, geologischen und astronomischen Forschungsergebnisse beeinflußte, so würden wir uns keine großen Sorgen darum machen. Wenn man annimmt, daß das Problem, die Evolutionsgeschichte mit der biblischen Offenbarung über die Uranfänge zu harmonisieren, zufrieden stellend gelöst werden könnte (wie wir später sehen werden, ist dies jedoch völlig ausgeschlossen), so waren die meisten Christen wohl damit zufrieden, wenn die Wissenschaftler das Thema erfolgreich ausarbeiteten, und sie selbst würden sich nicht damit befassen. Aber, wie Huxley oben zeigt, ist die Evolutionstheorie in jeden Lebensbereich eingedrungen. Sie ist die allen Sozialwissenschaften, Philologien und sogar Religionswissenschaften unterschobene philosophische Grundlage geworden, so daß es unmöglich ist, ihre Auswirkungen unbeachtet zu lassen.
     Betrachten wir z. B. die Psychologie und die Psychiatrie, das Studium des menschlichen Geistes und der geistigen Gesundheit. Diese Gebiete bergen eine ungeheure Möglichkeit zur Beeinflussung künftiger Sozialordnungen und Disziplinen in sich, entweder zum Guten oder zum Schlechten. Es beunruhigt denn auch, wenn jemand wie Henry W. Brosin, Vorsitzender der Psychiatrischen Abteilung der Universität Pittsburg, in seinem Beitrag zur Centennial Convocation 1959 an der Universität von Chicago sagt: „Psychiater und andere, die sich mit der Untersuchung von Geisteskrankheiten befassen, können nicht umhin, das Werk Charles Robert Darwins und die Evolutionstheorie anerkennend zu würdigen; man kann sich kaum vorstellen, in weicher Lage sich unsere Disziplin ohne dieses Werk befände.“
     Oder betrachten wir das Gebiet der Soziologie mit seiner Vielfalt von Interessen in allen Lebensbereimen: Ehe, Familie, soziale Einrichtungen, Kriminalität, Wirtschaftskontrolle, Kulturgrundlagen usw. Eine maßgebliche Zusammenfassung von Victor Branford lautet (1949): „Der Hauptgedanke, der den Begründer der Soziologie (Auguste Comte) und auch seinen bedeutendsten Nachfolger (Herbert Spencer) beflügelte, war der der Evolution ... Unabhängig von den Schriften Comtes und Spencers ging während des 19. Jahrhunderts unter dem Einfluß des Evolutionsgedankens eine durchgreifende Umformung der alten Studienfächer, wie Geschichte, Rechts- und politische Wissenschaften vor sich; außerdem entstanden neue Disziplinen wie Anthropologie, Sozialpsychologie, vergleichende Religionswissenschaft, Kriminologie und Sozialgeographie. Aus diesen Quellen entspringt der Hauptstrom jener Schriften, Untersuchungen und Nachforschungen, die wir heute zu Recht soziologisch nennen können.“

Der Platz reicht nicht aus, um den tiefgreifenden Einfluß der Evolutionslehre auf die Gebiete der Philosophie, Literatur, Wirtschaftswissenschaft und andere Philologien und Sozialwissenschaften darzustellen. C. L. Prosser schreibt (1959): „The Origin of Species hat auf die westliche Kultur mehr Einfluß ausgeübt als irgend ein anderes Buch moderner Zeit. Es war nicht nur ein großes biologisches Werk, genau begründet und revolutionär, sondern es hatte auch bedeutsame Folgen für die Philosophie, Religion, Soziologie und Geschichte. Die Evolution ist das größte, allumfassende Prinzip der gesamten Biologie.“

Nach meiner Überzeugung ist es jedoch äußerst wichtig herauszustellen, daß alle antichristlichen Systeme der Neuzeit ihre quasi-wissenschaftliche Grundlage in der angeblich wissenschaftlichen Tatsache der Evolution finden. Dies trifft für den Kommunismus und die verschiedenen Ausprägungen des Sozialismus, für den modernen Militarismus und sogar für die antichristlichen Züge des modernen Kapitalismus- und Kolonialismus zu. Tatsächlich scheint es, daß die Befürworter gleich welcher Lehren oder Systeme, die offen oder versteckt den Geiz oder die Selbstsucht in irgendeiner Form vertreten, zu ihrer Bestätigung die Evolutionsphilosophie vorschützen.
     R. E. D. Clarke (1948): „Unsere eigene Generation hat die unausweichlichen Folgen der Evolutionslehre miterlebt, die Folgen, die Sedgwick sofort voraussah, als er The Origin of Species gelesen hatte. Mussolinis Einstellung war völlig durch die Evolution beherrscht. In öffentlichen Äußerungen gebrauchte er wiederholt Darwinsche Schlagwörter, während er dem Gedanken eines beständigen Friedens hohnsprach, um den Evolutionsprozeß nicht aufzuhalten. In Deutschland war es dasselbe. Die Gedanken Adolf Hitlers waren von der Evolutionslehre beherrscht, wahrscheinlich seit seiner frühen Jugend. Evolutionistische Ideen – völlig unverblümt – bilden auch die Grundlage alles Bösen in Mein Kampf und in Hitlers öffentlichen Redens.“
     Der Rassenwahn und der Militarismus Hitlers und Mussolinis beruhten hauptsächlich auf der philosophischen Grundlage, die Friedrich Nietzsche und Ernst Haeckel im 19. Jahrhundert aufbauten; beide waren fanatische Verfechter des Darwinismus in der menschlichen Gesellschaft.
     Dies trifft ebenso auf den Kommunismus zu, wenn auch mit anderen Vorzeichen. Es ist wohlbekannt, daß Marx sein Buch „Das Kapital“ Darwin widmen wollte. Sozialistische Schriftsteller wie Herbert Spencer, Enrico Ferri, Morris Hilquit, Paul Blanshard und unzählige andere, Kommunisten wie Marx, Engels und alle modernen sowjetischen Schriftsteller, sie alle berufen sich mit ihren Lehren des Klassenkampfes, der ökonomischen Planwirtschaft, des atheistischen Materialismus usw. beständig auf deren eigentliche Grundlage im Darwinismus. R. E. D. Clarke (1948): „Gleich den rechtsradikalen Politikern sahen die revolutionären Sozialisten in der Evolution den Weg, um ihr Gewissen zu befriedigen. Die neue Lehre berechtigte die Menschen zum Kampf um ihre Rechte, obwohl dieser Kampf gleichzeitig den christlichen Tugenden widersprach.“

Weiterhin kann mit Sicherheit behauptet werden, daß nahezu alle Schriftsteller einer „liberalen“ Auffassung – was auch immer der von ihnen vertretene „ismus“ sein mag – von evolutionistischen Voraussetzungen ausgehen. Der Liberalismus verkündet eine Lehre des „Fortschritts“, der sich auf die angeborenen menschlichen Möglichkeiten zur Entwicklung gründet, eine Lehre, die ausdrücklich die Tatsache des Sündenfalls und der grundlegenden Verderbtheit des Menschen leugnet. Es wird viel zu wenig erkannt, wie völlig und allumfassend diese falsche Philosophie des evolutionistischen Fortschritts die menschliche Kultur durchdrungen hat.
     Ein gutes Beispiel für den weitreichenden Einfluß dieser Vorstellung in Amerika ist die Tatsache, daß sich praktisch die gesamte Struktur der öffentlichen Schulbildung um dieses Thema dreht. Diese Tatsache ist so offenkundig und wird durch die allgemeine Erfahrung immer wieder bestätigt, daß es hier dafür keiner besonderen Dokumentation bedarf.
     (Das Gleiche gilt in Bezug auf die Evolution als Lehrgrundlage ohne Einschränkung auch für die deutschen und meisten europäischen Verhältnisse. Die folgenden Bemerkungen des Verfassers zum Religionsunterricht beziehen sich hauptsächlich auf amerikanische Verhältnisse, wo es außer in den ausgesprochenen Konfessionsschulen keinen Religionsunterricht im allgemeinen Stundenplan gibt. Auch in Deutschland werden die Evolution und andere modernistische Tendenzen, sowohl in den allgemeinen Fächern wie auch im Religionsunterricht, zumindest stillschweigend vorausgesetzt und in den höheren Klassen offen gelehrt. Anm. d. Übersetzers).

Die Evolution des Weltalls, des Lebens überhaupt und des Menschen, wird in fast allen öffentlichen Schulen sogar schon in den ersten Klassen als eine wissenschaftliche Tatsache gelehrt, zumindest stillschweigend vorausgesetzt. Der christlich-biblische Bericht von den Anfängen wird allgemein übersehen, manchmal allegorisch ausgelegt oder sogar verspottet. Begriffe wie die Schöpfung, der Sündenfall, der Fluch über die Menschheit, Sünde, Erlösung usw., die zu den wichtigsten und grundlegenden Tatsachen der Geschichte gehören, bleiben unerwähnt. Wenn im allgemeinen Unterricht der öffentlichen Schulen überhaupt Hinweise auf die „Religion“ gestattet sind, werden sie etwa im Zusammenhang vergleichender Religionsbetrachtungen, im Rahmen einer „Woche der Brüderlichkeit“, als zeitgemäßer „sozialer Fortschritt“ usw. gegeben. Dies ist eine äußerst bemerkenswerte Erscheinung in einem Land, das hauptsächlich auf das Christentum und auf die Grundsätze der Bibel aufgebaut wurde. Zweifellos haben viele Einzelgründe zu dieser Entartung beigetragen, aber es ist höchst wahrscheinlich, daß die Einführung der Lehren des evolutionistischen Optimismus im 19. Jahrhundert die Hauptursache ist.
     Der bedeutendste Erzieher mit dem stärksten Einfluß auf die Entwicklung moderner amerikanischer Pädagogik ist zweifellos John Dewey. Kürzlich (1962) wurde er wie folgt charakterisiert: „John Dewey, als ein hervorragender Apostel des politischen Liberalismus, übte einen alles durchdringenden Einfluß auf die amerikanische Öffentlichkeit aus. Er hat den politischen Liberalismus mehr als irgendein anderer mit ethischem Relativismus durchsetzt.“
     Die Beiträge Deweys zur Psychologie, Philosophie, Soziologie und auf anderen Gebieten sind sehr zahlreich und bedeutungsvoll, und alle beruhen auf der Darwinschen Evolutionslehre. Aber seinen größten Einfluß hatte Dewey als Begründer eines modernen, fortschrittlichen Lehrsystems, das er durch seine „Pädagogischen Schulen“ an der Columbia Universität von Chicago ausbreitete.
     Der moralische und geistliche Schaden der so der amerikanischen Jugend schon seit zwei Generationen durch dieses System zugefügt wurde, ist unermeßlich. Und es ist dabei besonders bedeutsam, daß Dewey in seiner ganzen Einstellung evolutionistisch ausgerichtet war. Wie sein Biograph, Will Durant bemerkt ((1956): „Der Beginn seines Gedankensystems ist biologisch. Er sieht den Menschen als einen Organismus in einer Umgebung, sowohl selbst neuschaffend, als auch selbst geschaffen. Alle Dinge müssen durch ihre Herkunft und ihre Funktion ohne allen übernatürlichen Einfluß verstanden werden.“

Neben der Schule ist die größte Einrichtung, die das amerikanische Leben, wie auch das anderer christlicher Länder beeinflußt, sicherlich die Kirche. Die größte aller Tragödien aber ist es, daß gerade die christliche Kirche in solch umfassendem Ausmaß vor der Evolutionslehre kapituliert hat. Das Aufkommen des religiösen Modernismus im 19. Jahrhundert folgte der wissenschaftlichen Propaganda des Darwinismus und war weitgehend darauf aufgebaut. Die Theologen kamen zu der Überzeugung, daß die Wissenschaft die Anerkennung der geologischen Zeitalter und der entwicklungsgeschichtlichen Herkunft der verschiedenen Arten, einschließlich des Menschen, verlangte. Verschiedene Theorien wurden entwickelt, um den Schöpfungsbericht der Genesis (1. Buch Mose) mit der Evolution zu harmonisieren, aber keine war wirklich unanfechtbar, und das unvermeidliche Ende war die völlige Ablehnung der Genesisberichte als Mythen und Legenden.
     Der Abfall des liberalen Flügels im Protestantismus ist nur allzu gut bekannt, als daß dies erst bewiesen werden müßte. Die großen Bekenntnisrichtungen haben in großem Maße schon seit langem die Evolution angenommen, und ihre biblische Auslegung und Theologie soweit wie nötig daran angepaßt. Es ist jedoch nicht so allgemein bekannt, daß auch die konservativen evangelischen Gemeinschaften und die Römisch-katholische Kirche gleichfalls in jüngster Zeit zum großen Teil vor den Lehren der Evolutionstheorie kapituliert haben.
     Die offizielle katholische Lehre, wie sie in der Enzyklika Humani Generis durch Papst Pius XII. im Jahre 1950 verkündigt wurde, erlaubt die Anerkennung und das Lehren der Evolutionstheorie in der Kirche unter der Voraussetzung, daß der moralische und geistige Charakter des Menschen weiterhin als von Gott geschaffen anerkannt wird. Obwohl viele Katholiken nur zögernd bereit waren die Evolutionstheorie anzunehmen, ist neuerdings die gelehrte Führungsschicht der Kirche größtenteils dieser Philosophie zugeneigt.

     Gottfried O. Lang, Professor für Anthropologie an der Katholischen Universität zu Washington ist ein typischer Vertreter dieser Auffassung. In einem Symposium zur Hundertjahrfeier der Evolutionstheorie Darwins führt er aus: „Ist dann die Evolution Tatsache oder Phantasie? Nach allem, was gesagt wurde, erscheint diese Frage nicht legitim. Wir kennen die Tatsachen der Veränderlichkeit organischer Formen und die unleugbare Tatsache des sehr hohen Alters einiger einfacher Lebensformen. Wenn man nicht wieder zu den Tagen der 'special creationist's zurückkehren will, so muß man diese Tatsache in irgendeiner Weise wie oben angedeutet auslegen. Aber man muß dabei berücksichtigen, daß dies eine Erklärung ist; weitere mögen folgen. Doch scheint das Beweismaterial zu diesem Zeitpunkt eine solche Erklärung nahezulegen.“ [Ein 'special creationist' ist ein Vertreter der biblischen Auffassung, daß alle Dinge durch einen besonderen Schöpfungsakt Gottes entstanden sind.]

Die konservativen Kräfte im Protestantismus waren bisher sowohl Ursprung und letztes Bollwerk einer ernstzunehmenden antievolutionistischen Wissenschaft als auch die Quelle zahlreicher, nichtsachkundiger antievolutionistischer Bemühungen. Seit einiger Zeit jedoch hat auch ein Großteil dieser Gruppe der Evolution nachgegeben. Wie sehr man auch die Motive leitender Personen, die dieser Einstellung folgen, anerkennen muß – sie hoffen hiermit vermutlich eine größere Anzahl gebildeter Menschen mit einer verstandesmäßig leichter annehmbaren Auslegung der Heiligen Schrift zu erreichen – so ist diese Neigung dennoch äußerst gefährlich.
     Kennzeichnend für diese Richtung ist folgender Ausspruch von J. Frank Cassel, Präsident der American Scientific Affilitation (A.S.A.), einer Organisation, der über eintausend evangelische Wissenschaftler angehören, die an die Bibel als Gottes Wort glauben: „Somit haben wir verfolgen können, wie sich innerhalb von 15 Jahren in der A.S.A. ein Spektrum evolutionistischer Überzeugungen entwickelt hat, das uns alle zu Beginn unserer Vereinigung schockiert hätte. Viele melden noch Bedenken an, aber wenige, glaube ich, sind fähig, die Herausforderung von Dr. Mixter anzunehmen: 'Zeigt mir eine bessere Erklärung.' Einige sehen vielleicht in dieser Entwicklung das Ableben unserer Organisation, aber es scheint mir, daß wir gerade jetzt erst dazu bereit sind, einen echten Beitrag leisten zu können, daß wir die Wahrheit, wenn wir sie von den Hindernissen befreien, mit denen wir sie bis jetzt so gerne versehen haben, tatsächlich in ihrer wahren Fülle, die uns unsere christliche Sicht schenkt, erkennen können.“
     Solche Auffassungen sind unter den 'Neo-Evangelischen' durchaus allgemein geworden. Verschiedene Bezeichnungen werden benutzt, um diese Ansichten zu beschreiben und etwas zu verschleiern. Man benutzt Ausdrücke wie „Übergangsevolution (threshold evolution)“, „fortschreitende Schöpfung (progressive creation)“ u. a. Alle diese Ausdrücke sollen andeuten, daß Gott die organischen Arten langsam über langausgedehnte Zeiträume hinweg allmählich entwickelt hat, und sie sind daher im Endeffekt nichts anderes als Abwandlungen der Theistischen Evolution.
     Dieses „Spektrum evolutionistischer Überzeugungen“, das Dr. Cassel als charakteristisch für die A.S.A. ansieht, kann genauso leicht auf vielen anderen, einst evangeliumstreuen Gebieten erkannt werden. Hier die Namen von Einzelpersonen, Schulen, Seminaren, Veröffentlichungen usw. zu nennen, die diese Einstellung widerspiegeln, würde keinem besonderen Zweck dienen; die Tendenz ist jedoch für jeden, der die Sache genauer untersuchen möchte, ganz offensichtlich. Wie bald und wie allgemein die Evolutionstheorie auch das Denken biblisch fundierter Christen durchdringen wird, bleibt abzuwarten.

Aber im gleichen Maße, wie sie sich verbreitet, kann man erwarten, daß man dann auch in anderen Bereichen der Theologie und der Bibelauslegung nachgeben wird. Dem Annehmen der Evolutionstheorie folgt notwendigerweise das Ablehnen einer hochstehenden Inspirationsauffassung, darauf die Ablehnung des Sündenfalls und des Fluchs und endlich die Verwerfung des stellvertretenden Sühnetodes Christi. Diese geschichtliche Reihenfolge hat sich in Kirchen, Schulen, Bekenntnissen, Zeitschriften und vielen anderen christlichen Einrichtungen und Organisationen während der vergangenen hundert Jahren stets wiederholt. Die Kapitulation der Theologen vor der Evolutionstheorie ist die Grundlage des religiösen Modernismus geworden. Dies trifft nicht nur für den Modernismus der Vorkriegszeit und den ihn begleitenden religiösen Optimismus zu, sondern auch für die sogenannte Neo-Orthodoxie, von der die religiöse Nachkriegswelt so entscheidend beeinflusst wurde. In seinem kurzgehaltenen aber eingehenden Rückblick auf die Entwicklung der von Karl Barth ausgehenden Theologie schreibt Charles Caldwell Ryrie, Dekan der Graduate School, Dallas Theological Seminary (1956): „Aus Darwin und seiner sogenannten wissenschaftlichen Methode erwuchs die höhere Bibelkritik des 19. Jahrhunderts ... Was waren die Ergebnisse dieser Lehre des Liberalismus? Man setzte eine hohe und falsche Erwartung in die Fähigkeit der menschlichen Natur. Sie (die Lehre des Liberalismus) nährte die Illusion, das Königreich Gottes auf Erden durch die Fähigkeiten des Menschen errichten zu können. Gleichzeitig verwarf man die ausgeprägten und wesentlichen Merkmale der Evangeliumsbotschaft und damit die Einzigartigkeit des Christentums überhaupt; und genauso kann man die allgemeine Verweltlichung des Lebens und Denkens, zumindest teilweise, auf die Lehre des Liberalismus im vergangenen Jahrhundert zurückführen.“
     Dr. Ryrie zeigt uns weiter, wie die neo-orthodoxen Führer (Barth, Brunner, Niebuhr u. a.) – während sie angeblich zur biblischen Theologie zurückkehren wollen – weiterhin den Schöpfungsbericht, den Sündenfall usw. als unhistorisch abtun und so ihr religiöses System auf eine evolutionistische Philosophie gründen: „So wird der Bericht der Genesis über die Schöpfung und den Sündenfall als Geschichte – wie die meisten von uns Geschichte verstehen – abgelehnt. Die Wissenschaft, so behaupten die Nachfolger Barths, hat uns davon befreit, die Erzählungen der Genesis glauben zu müssen, und durch diese wissenschaftliche Befreiung sind wir angeblich in der Lage, die wahre Bedeutung dieser Berichte zu erkennen.“

Zusammenfassend stellen wir fest, daß die Evolutionsphilosophie die moderne Geisteswelt fast völlig erobert hat. Der Evolutionsbegriff dient der heutigen Soziologie, Psychologie, Wirtschaftswissenschaft, Pädagogik und Religion, wie auch den physikalischen und biologischen Naturwissenschaften als Grundlage. Der Einfluß der Evolution auf das moderne Leben mag nicht immer offenkundig sein, ist jedoch sicherlich gewaltig. Und größtenteils war dieser Einfluß auch schädlich und verderblich. Die Evolution gehört zur Grundlage des Kommunismus, Faschismus, Sozial-Darwinismus, Materialismus, Atheismus und, in der religiösen Welt, zur Grundlage des Modernismus und der Neo-Orthodoxie.
     Jesus sagte: „Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen“ (Matthaus 7,18). Angesichts der bitteren Frucht, die aus dem System der Evolution erwuchs, ist eine genaue Untersuchung der Natur des Baumes wohl berechtigt.

Wir freuen uns deshalb auch festzustellen, wie heute immer mehr fähige und gebildete Menschen dazu bereit sind, die Evolutionstheorie genauer und kritischer zu beurteilen.
     Es bleibt natürlich eine Tatsache daß die meisten Intellektuellen die Evolution anerkennen. In einer Fernsehdiskussion kurz vor der berühmten Darwinschen Jahrhundertfeier an der Universität von Chicago, der Darwinian Centennial Celebration, machten die Teilnehmer höchst interessante Bemerkungen. Die Teilnehmer waren u. a.: (1) Sol Tax, Professor für Anthropologie an der Universität von Chicago und Vorsitzender der Jahrhundertfeier; (2) Sir Julian Huxley, der in aller Welt vielleicht berühmteste Evolutionsbiologe, Enkel von Thomas Huxley; (3) Sir Charles Darwin, Enkel des berühmten Vorfahren zu dessen Ehren man sich zusammenfand, selbst weltbekannter Physiker und Bevölkerungsexperte; (4) Harlow Shapley, Professor für Astronomie an der Harward-Universität, Verfasser umfangreicher Schriften über Astronomie und kosmische Evolution; sowie (5) Adlai Stevenson, Chefdelegierter der Vereinigten Staaten bei den U. N. Einen repräsentativeren Querschnitt der einflußreichsten Vertreter unserer heutigen Geisteswelt kann man sich kaum vorstellen. Einige Zitate aus dieser Diskussion, mehr oder weniger willkürlich herausgegriffen, sollen im folgenden betrachtet werden.
     Huxley begann die Diskussion mit der Behauptung: „Das Erste, was wir über Darwins Theorie sagen wollen, ist, daß sie nicht länger eine Theorie, sondern eine Tatsache ist. Es gibt keinen ernstzunehmenden Wissenschaftler, der ableugnete, daß die Evolution tatsächlich stattgefunden hat, genauso wenig wie er die Tatsache leugnet, daß sich die Erde um die Sonne bewegt.“
    … Im Hinblick auf die Folgen des Darwinismus für die Religionen betonte Huxley: „Der Darwinismus verbannte die ganze Idee, daß Gott der Schöpfer der Organismen sei, aus dem Bereich der vernünftigen Diskussion. Darwin zeigte auf, daß kein übernatürlicher Planer nötig war. Da die natürliche Auslese jede bekannte Lebensform zu erklären vermochte, gab es keinen Platz für eine übernatürliche Macht in deren Entwicklung. … Es gab keinen plötzlichen Augenblick während des Ablaufs der Evolution, an dem etwa 'Geist' in das Leben eingeflößt wurde, genauso wenig wie es einen einzelnen Moment gab, an dem dies für Sie geschah. ... Ich glaube wir können jeden Gedanken eines übernatürlichen, kontrollierenden Verstandes, der für den Entwicklungsvorgang verantwortlich wäre, völlig fallenlassen.“
     Dieser Gedanke wurde von Sir Charles Darwin begeistert bejaht. Dann nahm Dr. Shapley das Wort und betonte, daß es nicht nötig sei, die Religion so stark zu kritisieren, da doch die meisten modernen Religionsvertreter die Evolution fast im gleichen Sinne, wie von Huxley gefordert, akzeptiert hatten: „Doch gibt es viele verschiedene Religionen. Ich hatte in den letzten zwei oder drei Jahren zahlreiche Begegnungen mit der liberalen Geistlichkeit Amerikas; sie nehmen die Evolution an, ohne dagegen zu protestieren oder sich darüber zu beunruhigen.“

Trotz der einmütigen Auffassung der Evolutionisten, daß alle intelligenten Menschen mit ihnen übereinstimmen, gibt es sehr viele, die es nicht tun. Auch ist der Verfasser dieses Buches davon überzeugt – nachdem er das Thema mit hunderten von Leuten diskutiert hat – daß der Hauptgrund; warum die meisten Gebildeten an die Evolution glauben einfach der ist, daß ihnen immer wieder eingeflößt wurde: die meisten Gebildeten glauben an die Evolution! Sehr selten ist man aber imstande, mehr als ein paar abgedroschene „Beweise für die Evolution“ anzugeben, und fast nie hat man sich ernsthaft mit der Frage der tatsächlichen Zusammenhänge befaßt.
     Wenn man nämlich wirklich die Art dieser „Beweise“ kritisch untersucht, findet man dabei sehr große Schwierigkeiten und Widersprüche. Seit dem Aufschwung der darwinistischen Evolution ist es gerade unsere gegenwärtige Zeit, in der mehr Menschen als je zuvor solche Untersuchungen anstellen. Es ist z. B. höchst bedeutsam, daß mehr als eintausend Wissenschaftler, die an die Lehre einer inspirierten Bibel glauben, der American Scientific Affiliation (Amerikanische Wissenschaftliche Vereinigung), beigetreten sind. Es ist nicht bekannt, wieviele von ihnen an irgendeine Art der Evolution glauben (in der Führung der A.S.A. sind die Anhänger der Theistischen Evolution z. Z. sicherlich in der Mehrzahl, und vermutlich teilt eine größere Zahl der allgemeinen Mitglieder ähnliche Ansichten); aber es gibt zweifellos sehr viele, die nicht an die Evolution glauben. Der Verfasser hat das Vorrecht, Mitglied dieser Vereinigung zu sein, und es gibt viele andere antievolutionistische A.S.A.-Mitglieder, ausnahmslos fähige und anerkannte Wissenschaftler mit dem Doktortitel oder einer gleichwertigen akademischen Auszeichnung.
     Auch ist nur ein geringer Prozentsatz der Nichtevolutionisten unter den Wissenschaftlern in der A.S.A. vertreten. Der Verfasser ist zweiundzwanzig Jahre lang Fakultätsmitglied an fünf verschiedenen Universitäten gewesen (Rice University, Minnesota, Southwestern Lousiana, Southern Illinois und Virginia Polytechnic Institute). An allen Schulen gab es mehrere Personen, die nicht nur konservativ eingestellte Christen waren, sondern die ebenfalls die Evolutionstheorie ablehnten. Am Virginia Polytechnic Institute z. B. kennt der Verfasser persönlich mehr als fünfundzwanzig Lehrkräfte einzelner Fakultäten, auf die dies zutrifft. Keine dieser Universitäten ist in irgendeinem Sinne des Wortes eine „christliche Schule“. Vier sind staatliche Universitäten, und die fünfte, Rice, eine Privatuniversität, deren allgemeine Richtung schon dadurch gekennzeichnet ist, daß Julian Huxley vier Jahre lang Mitglied ihrer Gründungsfakultät war!
     Der Verfasser hat in diesen zwanzig Jahren eine Reihe von Büchern und Artikeln veröffentlicht, die das bibeltreue Christentum und das Schöpfungsverständnis der Bibel verteidigen. Dabei war die große Anzahl von Zuschriften interessant und ermutigend, die dem Verfasser von Wissenschaftlern jeglicher Fachrichtung und aus allen Teilen der Welt zugingen. Sie waren meist durchaus zustimmend, wenn nicht gar in völliger Übereinstimmung mit dem Verfasser. Bei zahlreichen Vorträgen in Kirchen und auf Tagungen der verschiedensten Art waren fast immer Wissenschaftler und andere Gebildete anwesend, die den Ausführungen herzlich zustimmten. Während eines Treffens im September 1962 bei der Houston Geological Society, der größten örtlichen Geologischen Vereinigung der Welt, sprach der Verfasser über das Thema „Biblische Katastrophenlehre und Geologie“. Nach dem Vortrag kamen zahlreiche Geologen nach vorn, um ihr großes Interesse zu bekunden und einige, um ihre völlige Übereinstimmung auszudrücken. Deshalb ist es höchst überflüssig, dem ständigen Refrain Huxleys und anderer beizupflichten, „alle intelligenten Personen stimmten der Evolution als einer Tatsache zu“. Es ist vielmehr durchaus möglich, daß viele Antievolutionisten ihre Überzeugung nicht kräftig genug vertreten, was auch immer ihre Gründe dafür sind; jedenfalls gibt es deren viele.
     Ein Grund für den offensichtlichen Mangel an antievolutionistischen Veröffentlichungen dürfte wohl darin zu finden sein, daß die führenden wissenschaftlichen Verlage und Zeitschriften vollkommen unter evolutionistischer Kontrolle stehen. Wenn jemand dies bezweifelt, dann sollte er versuchen solcher Stelle einen ernstzunehmenden wissenschaftlichen Artikel oder ein Buch, in dem die Evolution widerlegt wird, zu veröffentlichen. Oder auch nur einen Leserbrief! Der einzige Ausweg zur Veröffentlichung dieser Literatur scheint durch konservative oder private Verlage offenzustehen.
     Ebenso ist es für einen überzeugten Anhänger des biblischen Schöpfungsberichtes fast unmöglich, eine einflußreiche Stellung an einer Universität in jenen Fachgebieten innezuhaben, die von der Evolution besonders stark geprägt sind, wie z. B. dem Gebiet der Anthropologie, Geologie, Biologie, Psychologie und Psychiatrie. Der Verfasser kannte selbst einige Personen und hat von anderen gehört, denen höhere wissenschaftliche Auszeichnungen in Fächern wie der Geologie hauptsächlich wegen ihrer Ablehnung des Lyellschen Uniformitarismus und des darwinistischen Evolutionismus verweigert wurden.
     Die schon erwähnten Universitätswissenschaftler, welche die Evolution ablehnen, sind deshalb meistens auf Gebieten wie Chemie, Physik, Ingenieurwesen, Mathematik usw. tätig. Die meisten Biologen, Geologen und Psychologen, die der Evolution ablehnend gegenüberstehen, arbeiten entweder in der Privatindustrie oder befinden sich in Regierungsstellungen.
     Trotz der überwältigenden Herrschaft, die durch die Evolutionisten über Lehr- und Informationsmaterial ausgeübt wird, gibt es dennoch sowohl in unserem Land wie auch in anderen Ländern ein gewichtiges Reservoir antievolutionistischer, christlich ausgerichteter Intelligenz. Und wenn es gelingt, gut verfaßte, wissenschaftlich fundierte Literatur der breiten Masse gebildeter „Menschen guten Willens“ nahezubringen, (d. h. den Menschen, die einfach an die Evolution glauben, weil sie seit ihrer frühen Jugend einer entsprechenden Gehirnwäsche unterzogen wurden, die jedoch gegenüber neuen Überlegungen aufgeschlossen sind), dann besteht kein Zweifel, daß bald eine viel umfangreichere und wirksamere antievolutionistische Einstellung aufgebaut würde.

Und das sollte keine Unmöglichkeit sein. Es fällt nicht allzu schwer zu zeigen, daß der gesamte Evolutionsbegriff nicht nur antibiblisch, sondern auch völlig unwissenschaftlich ist. Das heißt, es ist nicht schwer, dies jemandem klarzumachen, der bereit ist, die Dinge mit einer biblischen und christlichen Voraussetzung zu betrachten. Für alle, deren Einstellung – oft unbewußt – antichristlich ist, wäre es zumindest heilsam zu erkennen, daß ihre Methoden und Schlußfolgerungen notwendigerweise durch ihre eigenen Voraussetzungen gefärbt sind.

Fortsetzung: DER URSPRUNG DER EVOLUTIONSTHEORIE


31. August 2015


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